Wie informiert, kommuniziert und kooperiert die Kirche?

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Pfr. Ulrich Knoepfel
Gut besucht war die Tagung der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Glarus zum Thema «Kirche informiert, kommuniziert und kooperiert – wie geht das?». Kirchenratspräsident Ulrich Knoepfel durfte am vergangenen Samstag in Schwanden 50 Personen zum Austausch der Regionen und Kirchgemeinden begrüssen.
Gret Menzi,
Nach der Eröffnung durch das Gambenduo Magdalena Mattenberger und Jenny Berg ging es zunächst um eine Rückschau. Moderator Paul Baumann sprach zum Projekt «Glarner Generationenkirche». Schon an den Treffen von 2017 und 2018 waren der Austausch und die Ideen im Vordergrund gestanden. Nun soll das Projekt abgeschlossen und in die «Glarner Kirche» überführt werden.

2011 diskutierte der Pfarrkonvent, wie die Kirche lebendiger gestaltet werden könnte, und wurde auf das Reform-Modell «Generationenkirche» von Danielle Cottier und Lisbeth Zogg aufmerksam. Nach der Freigabe des Projektes durch die Synode startete 2013 das Vorprojekt mit der Kantonalkirche und sieben Kirchgemeinden. «Zielgruppengespräche, Projektleitung, regionale Leitungen und die externe Reflexionsgruppe» sind Stichworte des Projektes. 2017 markierte die JA-Aktion zu Ostern den Übergang von der «Theorie zur Praxis – vom Projekt zum Prozess».
Die Generationenkirche hat sich gut entwickelt und darf als erfolgreich bezeichnet und abgeschlossen werden. Sie geht für die «Glarner Reformation» in einen fortlaufenden Prozess über, aus dem sich die «Glarner Kirche» gemäss den Worten «Ecclesia semper reformanda» weiter entwickeln soll und wird.

Projekte aus den Kirchgemeinden und Regionen
Elisabeth Fischli, Niederurnen, reflektierte das Projekt aus der Sicht von Glarus Nord. Die Zusammenarbeit und Kontakte über die Gemeindegrenzen hinaus ergaben einen erweiterten Blick auf die eigene Gemeinde. Überregionale Gottesdienste, der «Chrämlitausch», eine eingestürzte Gartenmauer, die «offenen Kirchen» und der Generationenflyer haben die Angebote und Kontakte in den Gemeinden erweitert. Die Motivation und Innovation wurden in den Behörden unterschiedlich wahrgenommen und mitgetragen. Ein grosses Projekt der vier Kirchgemeinden ist mit dem Singspiel «Theodora» für 2020 geplant.

Cornelia Deuber, Ennenda, erklärte, dass die Kirchgemeinden in Glarus auf dem Weg sind und die Zusammenarbeit bei den Pfarrpersonen und Sekretariaten gut klappt. Bei den Behörden gibt es noch ein gewisses Verbesserungspotenzial. Mit einem einheitlichen Logo sollen die Jahreszeitenfeiern besser beworben werden. Das gemeinsame JuKi-Programm zeigte mit 35 Kindern im Skilager schon erste Erfolge. Die Angebote für Seniorinnen und Senioren von Glarus-Riedern werden in allen drei Gemeinden ausgeschrieben, und eine Fahrgelegenheit wird angeboten. Negativ bewertete sie das «Namenschaos» zwischen «Generationenkirche» und «Glarner Kirche». Der Wechsel des Namens wurde nicht genau kommuniziert und verwirrte die Kirchenmitglieder.

Rosmarie Figi, Schwändi, bemerkte, dass Kirche Heimat bedeute und einen durchs Leben begleite. In Glarus Süd wird der Prozess wahrgenommen, und man spricht miteinander bei den regelmässigen Zusammenkünften der Präsidien und Pfarrpersonen. Die regionalen Gottesdienste werden gut besucht, und auch die regionale Konfirmandenarbeit wird geschätzt. Die Topografie mit den beiden Tälern in Glarus Süd erschwert vielleicht manchmal die Zusammenarbeit. Die Kirchgemeinden pflegen zu den ortsansässigen Trachten-, Jodel-, Musik- und Gesangsvereinen gute Kontakte, die immer wieder mit ihren Darbietungen die Gottesdienste bereichern.
«Kirche unterwegs», der etwas andere Gottesdienst, der von einer Gruppe Frauen vorbereitet und gestaltet wird, ist aus der Frauendekade entstanden. Pfarrerin Christina Brüll berichtete, dass im vergangenen Herbst das Kommunikationscoaching der Landeskirche in Anspruch genommen wurde um neue Formen für die Werbung zu diskutieren.

Bericht der Reflexionsgruppe
Urs Spälti, Mollis, stellte im Namen der Reflexionsgruppe fest, dass sie keinen Schlussbericht abgeben würden, sondern dies Aufgabe der Projektleitung sei. Der Bericht müsse von der Synode genehmigt werden, da diese das Projekt «Generationenkirche» auch auf den Weg geschickt habe. Weiter bemerkte er, dass nach dem Abschluss eines Projektes der Übergang in den Alltag geschafft werden müsse. Die Strukturen müssten verfestigt werden, damit sie sich nicht in alle Richtungen verlaufen. Man soll sich erneuern, aber man darf zwischendurch auch innehalten.
In den Regionen habe man sich angenähert, aber es benötige noch einen langen Prozess, bis man sich als Region verstehe. Eine selbstkritische Betrachtung, insbesondere auch in den Leitungsgremien, wäre zu begrüssen. Man dürfe sich fragen: Ist es wirklich etwas Neues, das erarbeitet und auf den Weg gebracht wurde, oder ist es das Alte in einem neuen Kleid?

Kommunikation mit dem Kirchenweb
Vor der praktischen Arbeit in den Workshops sprach Werner Näf, Schaffhausen, über die Möglichkeiten der heutigen Kommunikation. Mit dem Start der Onlineausgaben der Medien wurde für die «schreibende Zunft» der Redaktionsschluss abgeschafft. Heute wird permanent publiziert, und das Printprodukt hat keinen Vorrang mehr, sondern die Onlineausgabe wird zuerst bestückt. Dies ist für die Kirchgemeinden schwierig, da ihnen die nötigen Ressourcen dazu fehlen.
In den Workshops wurden die verschiedensten Themen zum Kirchenweb und dem Glarner Kirchentag vertieft.

Dank und Schluss
Zum Schluss dankte Ulrich Knoepfel allen, die zu diesem informativen Vormittag im Brauereigasthof Adler beigetragen hatten, sowie allen Anwesenden, welche die Lebendigkeit nach aussen tragen. Kurz angesprochen wurden noch verschiedene Projekte, die in Vorbereitung sind, wie «JA – von Gott zur Welt», «JA – zu einem öffentlichen Austausch über unseren Glauben», die Präsenz am Landsgemeindeflohmarkt und der geplante «Glarner Kirchentag». Mit einem Segen von Pfarrerin Andrea Rhyner-Funk machte man sich nach dem Apéro riche auf den Heimweg.