Zwingli begeistert grosses Publikum in der Stadtkirche

DSC00283<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-gl.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>75</div><div class='bid' style='display:none;'>1028</div><div class='usr' style='display:none;'>45</div>
Ein besonderes Kinoereignis erlebten rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauer am Mittwochabend in der Stadtkirche in Glarus. Dort verwandelte sich die altehrwürdige Kirche in einen Kinosaal. Gezeigt wurde „Zwingli“, der Film, der einen Teil Leben des gleichnamigen Schweizer Reformators eindrücklich beschreibt.

Martin Jenny, Kirchenratspräsident der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Glarus Riedern zeigte sich hocherfreut über das grosse Publikum, das den Weg in die Stadtkirche gefunden hatte. „Zwingli hätte seine Freude daran,“ so Martin Jenny in seiner Begrüssungsrede, bei der er auch den Regisseur des Films Stefan Haupt herzlich in Glarus begrüsste. Auch dieser freute sich sichtlich über die volle Kirche und stellte in Aussicht nach dem Film noch Rede und Antwort zu stehen.
Es wurde ein besonderes Erlebnis, Zwingli an seiner alten Wirkungsstätte Glarus auf Leinwand zu sehen. Und auch, wenn Zwinglis Glarner Zeit im Film kaum eine Rolle spielt, so verschmolzen doch manches Mal die Kirchenmauern des Zürcher Grossmünsters auf der Leinwand mit dem stattlichen Hintergrund des Chorraums der Stadtkirche und der Kanzel miteinander. Bei einigen Szenen im Film hätte man eine Stecknadel fallen lassen können, so ruhig war es. Der Film und die besondere Atmosphäre waren faszinierend und hinterliessen bei den Besucherinnen und Besuchern einen nachhaltigen Eindruck.
Auch Stefan Haupt war von dem Erlebnis gefesselt. „Was für eine verrückte Aufführung in dieser wahnsinnig tollen Kirche!“, war seine erste Reaktion nach dem Abspann. Er gratuliere allen, die diese Idee hatten und sie in die Tat umgesetzt hätten. Im Folgenden stellte er sich den Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauern. Wieso von Reformation die Rede sei, wollte ein Besucher wissen, er sähe in den Geschehnissen eher eine Kirchenspaltung. Zwingli habe nie eine Spaltung der Kirche im Sinn gehabt, vielmehr habe er versucht ausgleichend zu wirken zwischen den konservativen Kräften und beispielsweise den Täufern, die gerade alles auf den Kopf hätten stellen wollen. Natürlich beschäftige die Glarnerinnen und Glarner, warum Glarus im Film nicht vorkommt, hat doch Zwingli vor seiner Zürcher Zeit hier 10 Jahre gewirkt. Man müsse auch Dinge weglassen, konterte der Regisseur schmunzelnd, auch aus der Zürcher Zeit wäre vieles nicht behandelt worden. Er sei fasziniert von Zwingli, seiner Diplomatie und seinem Agieren mit dem Zürcher Stadtrat. Er habe einen menschlichen Zwingli zeigen wollen und keinen Nationalheld. „Eigentlich hätten wir eine Serie machen sollen, dann hätten wir auch Glarus mit hineingenommen.“, so Stefan Haupt. Die Machart des Filmes interessierte das Publikum noch. Und so erfuhr man, dass Teile des Films im Grossmünster in Zürich gedreht worden wären, das eigens dafür während 4 Wochen geschlossen worden war. Die Aussenaufnahmen stammen aus Stein am Rhein und bei der Verwirklichung eines Zürichs des 16. Jahrhunderts musste mitunter auch der Computer ein wenig nachhelfen.

Es war ein besonderer Abend. Das spürten alle Anwesenden und zahlreiche Gäste nutzten nach der Diskussion, durch die Pfarrer Sebastian Doll führte, die Gelegenheit, beim Apéro mit dem Stefan Haupt auf Tuchfühlung zu gehen.


Dagmar Doll,