26.8.19 – Medienbericht: Die Reformation im Landesplattenberg

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Einen aussergewöhnlichen Gottesdienst bot die Reformierte Landeskirche im Landesplattenberg an. Höhepunkt waren 18 Projektionen aufs Bundeshaus zur Geschichte der Reformation.
Madeleine Kuhn-Baer,
Zahlreiche Kerzen schaffen eine wunderschöne Atmosphäre im Dr. Konrad Auer-Auditorium im Landesplattenberg. Es ist still, man hört lediglich einzelne Wassertropfen. Rund 50 Besucherinnen und Besucher sitzen auf den geheizten Bänken, Wolldecken schützen sie vor der Kälte im neun Grad warmen Plattenberg.
Andreas Habert entlockt seiner Flöte mystische Klänge zur Einstimmung. «Heute wird das Bundeshaus zum bunten Haus», sagt der Sernftaler Pfarrer Beat E. Wüthrich anschliessend in seiner Begrüssung. Denn im Mittelpunkt des besonderen Gottesdienstes steht «Reset», die künstlerische Inszenierung der facettenreichen Geschichte der Reformation in der siebten Ausgabe des Licht- und Tonspektakels «Rendez-vous Bundesplatz» in Bern. Was vor 500 Jahren begann, hob die Welt aus den Angeln und ordnete sie neu. Aus dem Neustart («Reset»), dem Kampf um Glauben und Mächte, wurde ein grundlegender Umbruch der Kulturgeschichte.

Faszinierende Inszenierung
Pfarrer Ulrich Knoepfel, Präsident des reformierten Kantonalkirchenrats, erläutert die 18 Szenen der Reformationsgeschichte, die im Herbst 2017 auf die Fassade des Bundeshauses projiziert worden sind. Vom reformatorisch-humanistischen Leitspruch «Zurück zu den Quellen» bis zum Totentanz und dem Finale in einer kaleidoskopischen Vervielfältigung und Verdichtung der Inszenierung. Dabei werden auch die Schattenseiten der Reformation nicht ausgeklammert. Die Bilder und die eindringliche Musik entfalten in der Atmosphäre des Landesplattenbergs eine tiefe Wirkung und klingen noch lange nach.
«Unsere Welt sähe anders aus ohne diese Umwälzung», sagt Ulrich Knoepfel. Für manche Errungenschaften der Reformation seien wir dankbar, anderes stimme uns traurig. Heute stelle das Leben neue Fragen an uns. «Jede Zeit braucht ihre Reformation», so der Pfarrer, «auch die Kirche muss sich immer reformieren.»
Mit Gebeten von Pfarrer Sebastian Doll und nochmaligen Flötenklängen klingt der aussergewöhnliche Gottesdienst aus. Zurück an der Wärme, sitzen die Besucherinnen und Besucher noch eine Weile beisammen und geniessen den offerierten Apéro. «Es war ein wunderbares Erlebnis. Ich bin noch ganz erfüllt von diesem Gottesdienst», meint eine Frau beim Abschied.

Madeleine Kuhn-Baer, Medienbeauftragte