Landeskirchen eröffenen Kampagne von BFA / Fastenopfer 2020

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BFA-Kampagne 2020
«Wem gehört das Saatgut»
Dagmar Doll,
Zur Eröffnung der diesjährigen Kampagne von BFA/Fastenopfer und Partner sein hatte der kantonale Kirchenrat und das Katholische Dekanat Glarus , in deren Namen Kirchenrätin Pfarrerin Christina Brüll die Anwesenden begrüsste, neben Interessierten aus den Kirchgemeinden auch Vertreterinnen und Vertreter des Bauernverbandes Glarus eingeladen.

„Es wird kompliziert!“ eröffnete Francois Meienberg von ProSpecieRara seinen Vortrag. Und er sollte recht behalten. Was mit einem heiteren Quiz über die Herkunft bestimmter Gemüse und Obstsorten begann, fand seine Fortführung in einem Vortrag über Saatgutverträge, Patentgesetze, geistiges Eigentum, Grosskonzerne und Rechte von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Er stellte dabei zunächst Saatgutverträge vor, die, bei denen sich 150 Mitgliedstaaten verpflichtet haben, bäuerlichen Betriebe zu stärken. Bäuerinnen und Bauern bräuchten Rechte. Jeder Staat solle bedacht darauf sein, das wissen über Saatgut zu erhalten. Dazu müsse es getauscht werden dürfen und auch verkauft werden dürfen. Nur so könne die Vielfalt erhalten bleiben.

Dagegen stünden Freihandelsabkommen, Eigentumsrechte und Patente. Indem immer mehr Grosskonzerne ihre Rechte auf Saatgut behaupten würden (weltweit liegt das gesamte Saatgut in den Händen von drei Grosskonzernen), würden immer mehr Kleinbauern auf der ganzen Welt ihrer Möglichkeit beraubt, mit ihrem eigenen Saatgut Handel zu treiben, Sorten zu kreuzen und Saatgut zu tauschen. Freihandelsabkommen bedeuteten zunächst einmal, dass importierende Länder die Einfuhrzölle senken würden. Das sähe zunächst positiv aus, hiesse aber in der Realität, dass die Länder, die ihre Waren einführen wollten, in ihren Ländern Gesetze dahingehend ändern müssten, dass Ihre Bäuerinnen und Bauern nicht mehr so handeln dürften wie früher. Damit gehen nicht nur Traditionen verloren, sondern diese Entwicklung habe einen grossen Einfluss auf die Ernährungssicherheit.

Es war tatsächlich eine schwere Kost, die Francois Meienberg dort servierte aber es gelang ihm mit seinem sehr lebendigen Vortrag das zahlreich erschienene Publikum zu fesseln. Eine rege Diskussion folgte, bevor sich die anwesenden bei einem feinen Apéro stärken konnte, den der Claroladen offerierte.