Stimmen aus dem Hinterland: Süd-Ansichten

Süd Ansichten<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-gl.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>21</div><div class='bid' style='display:none;'>1777</div><div class='usr' style='display:none;'>17</div>
Unter diesem Titel starten wir eine kleine Serie auf unserer Homepage. Ich habe verschiedene Personen aus Glarus-Süd gebeten, auf Fragen zu dieser besonderen Situation, in der wir uns alle befinden, zu reagieren und weitere Gesprächspartner vorzuschlagen. Diese «Stimmen aus dem Hinterland» zeigen eine Vielfalt, und es tut gut, etwas voneinander zu hören und zu lesen. Wir bitten im Kurzinterview auch um ein Fundstück, das geteilt werden kann. Das können Impulse, Texte oder Links sein. Falls Sie auch teilnehmen möchten, dann herzlich willkommen bei den Süd-Ansichten.

Den Anfang macht meine Kollegin Pfrn. Andrea Rhyner-Funk, Pfarramt für Menschen mit Behinderung, Elm. Zu ihren Antworten und persönlichen Fundstücken gehört auch ein Corona-Virus-Mandala aus ihrer Arbeit.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen und Euch,
Christoph Schneider,
Unsere Fragen mit den Antworten von Pfrn. Andrea Rhyner-Funk, Pfarramt für Menschen mit Behinderung

Was hat in dieser Zeit für dich eine besondere Bedeutung bekommen?
Dass «Abbä-fahrä», Rücksichtnahme und ein sich anders Verhalten in Arbeit und Leben möglich ist!
Es geht doch, gar nicht zu fliegen. Auch ohne Event- undBespassungsindustrie kann man überleben…

Was fehlt Dir?
Am meisten fehlt mir der persönliche Kontakt.
Eben das Gegenüber-Sein auf Augenhöhe zu meinen Leuten im glarnersteg oder zu den SchülerInnen im HPZ Glarnerland.

Was fehlt Dir gar nicht?
Die Kondensstreifen am Himmel, der Lärm und die Abgase der vielen Autos/Verkehr auf den Strassen und der Müll am Strassenrand (ist etwas weniger geworden!).

Schränkt Dich etwas ein? Nein.

Was beschäftigt Dich besonders?
Dass alles Bemühen, die Infektionskurve flach zu halten, von einer zweiten Infektionswelle weggespült wird.

Was möchtest Du als Erstes tun, wenn alles wieder möglich ist?
Meine Familie in Deutschland besuchen oder unbeschwert einen Ausflug oder eine Bahnreise zu Freunden machen.

Nimmst du an, dass sich Einstellungen oder Haltungen durch die Erfahrungen der letzten Wochen dauerhaft verändern werden?
Einerseits nein, andererseits ja. Denn es werden Diskussionen anlaufen bzw. weitergehen, wie mit älteren Menschen und Risikogruppen umgegangen wird.
Auch habe ich die Befürchtung, dass die Klimakrise und der Umweltschutz in den Hintergrund treten und wir noch weniger darauf vorbereitet sind als auf diese Pandemie, für die es anscheinend seit 20 Jahren Pläne gibt. Vom Klimawandel und Klimakrise wissen wir seit 1970!
Hinsichtlich meiner Arbeit mit Menschen hat sich das Begrüssungs- und Verabschiedungsritual per Handschlag, bzw. einander die Händegeben schon stark verändert bzw. wird sich noch weiterhin verändern. Dabei ist dies und das sogenannte „Kontakten“ fürMenschen mit Behinderung sehr, sehr wichtig. Denn Be-greifen hat mit Greifen zu tun.

Ich teile hier gern mein Covid-19-Mandala:
Virus-Mandala

Ein Fundstücktext: Lied aus Helge Burggrabe, CD: Hagios II, Nr. 4: Lass deinen Mund stille sein:

«Lass deinen Mund stille sein,
dann spricht dein Herz.
Lass dein Herz stille sein,
dann spricht Gott. »

Das Lied findet sich auch » hier.

Und ein Lebensmotto seit vielen Jahren:

«Sage ja zu den Überraschungen, die deine Pläne durchkreuzen, deine Träume zunichte machen, deinem Tag eine ganz andere Richtung geben – ja vielleicht deinem Leben. Sie sind nicht Zufall. Lass dem himmlischen Vater die Freiheit, selber den Verlauf deiner Tage zu bestimmen.»

Dom Helder Camara

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