Kirchentagslied verbindet Gegensätze

Bild Kirchentagslied Christoph Kobelt (Foto: Madeleine Kuhn-Baer)
Zum kantonalen Kirchentag von Pfingsten 2022 hat Christoph Kobelt das Lied «Salz der Erde, Licht der Welt» geschrieben. Dabei geht es um die Verbindung von Gegensätzen.
Das Motto des ökumenischen Kirchentages vom 3. bis 5. Juni 2022 heisst «Mitänand bewegä – Salz der Erde, Licht der Welt» (Matthäus 5,13-16). Christoph Kobelt nimmt dies in seinem Kirchentagslied auf. «Es hat mit Liebe, Glauben, Vertrauen und Hoffnung zu tun. Und dem steht immer ein Gegenstück gegenüber. Was zählt, ist die Verbindung», sagt der Komponist.
Das Lied erzählt von den Gegensätzen und der Sehnsucht, diese zu verbinden: Liebe und Hass, Wissen und Glauben, Gut und Böse, Tod und Leben. «Wir sind auf dem Weg als Salz der Erde, hin zum Licht der Welt. Alles ist der Gnade Gottes anheimgestellt», so der Glarner Kulturpreisträger von 2005.

Text und Melodie von ihm
Ein Lied müsse für ihn «verhebe», ob für den Kirchentag oder einen anderen Anlass. So sagte er bei der Anfrage vor rund zwei Jahren nur Ja, weil er auch den Text selber schreiben konnte. Aber er hatte Freude, dies zu machen, wie er betont.
Zunächst verfasste er den Text, da dieser den Rhythmus vom Lied bestimmt. Er sinnierte über die zwiespältige Bedeutung von Salz und über die Gegensätze. «Das ganze Leben ist so. Wir müssen das Hindernde mit einer positiven Seite verbinden. Das ist vielleicht unsere Lebensaufgabe.»
Die Gegensätze treten auch in der Musik hervor, mit Moll und Dur, aber auch mit Umkehrungen. «Ich muss mich mit dem Gegensatz auseinandersetzen und ihn auch in der Melodie erleben», sagt Christoph Kobelt dazu.
Ist er zufrieden mit dem Ergebnis? «Wenn ich nicht zufrieden wäre, dürfte ich das Lied nicht liefern. Es stimmt für mich», lacht der Erschaffer. Zufrieden sein müssten die anderen. Doch wer das Lied schon kenne, finde es eingängig. Es liegt ein-, zwei-, drei- und vierstimmig vor.

Ökumenisches Projekt
Der kantonale ökumenische Kirchentag ist wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben worden. Ursprünglich war er für Juni 2021 geplant. Der kantonale Grossanlass soll vom 3. bis 5. Juni 2022 eine Plattform für lebendige Begegnungen und gegenseitigen Austausch sein. Von Tradition bis zum kulinarischen Weltdorf, von Musik, Spiel und Bildung bis zum Food-Save-Bankett wird es inspirierende Veranstaltungen für Menschen jeglichen Alters geben.
So soll der Kirchentag ein Bekenntnis zur Freude am Leben sein, aber auch zu Veränderungen anregen und zu Haltungen motivieren. Er ist ein gemeinschaftliches, ökumenisches Projekt der Reformierten, Katholischen und Methodistischen Kirche im Glarnerland. (mb)

» Infos: www.kk22.ch


Bildlegende: Christoph Kobelt hat ein Lied für den kantonalen Kirchentag komponiert

Bild und Text: Madeleine Kuhn-Baer