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Stimmen aus dem Hinterland: Süd-Ansichten, Teil 3

Süd Ansichten<div class='url' style='display:none;'>/kg/grosstal/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-gl.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>21</div><div class='bid' style='display:none;'>1777</div><div class='usr' style='display:none;'>17</div>
... und zum Dritten: Das Projekt wächst langsam, aber stetig. Wie das Evangelium lehrt, wächst aus ganz kleinen Dingen sehr Grosses heran. Darauf vertraue ich.
Heute äussert sich Christine Zemp, die in Hätzingen im Oberdorf wohnt. Sie freut sich darauf, wenn physische Sozialkontakte und Konzerte wieder möglich werden, und ihr Fundstück, ein Text, plädiert fürs Unterwegssein mit leichtem Gepäck.
Erfreulicherweise gesellen sich zu den weiblichen Stimmen bald auch Männer, die auf die Fragen eingehen. Zwischenzeitlich bin ich auch gefragt worden, was ich denn selber sagen würde. Darüber denke ich noch nach. Ein Fundstück hätte ich bereits: Erdbeer-Mascarpone-Torte. Das Rezept dazu dann, wenn ich dran bin.

Einen guten Einstieg in die Ausstiegsphase wünscht,
Christoph Schneider, Pfr.
Christoph Schneider,
Unsere Fragen mit den Antworten von Christine Zemp, Musikerin und Musiktherapeutin sowie Psychogeriatriefachfrau, wohnhaft in Hätzingen

Was hat in dieser Zeit eine besondere Bedeutung bekommen?
Einiges, sonst ganz Alltägliches, hat an Wert und Bedeutung gewonnen (beispiels-weise selber zum Volg gehen können). – Die eindrückliche Hilfsbereitschaft in unserer Nachbarschaft und im Dorf konnten wir hier von Beginn weg erleben. Nun dürfen wir sie sozusagen hautnah im Alltag erfahren.
Und, etwas allgemeiner gesagt: Ich fühle mich privilegiert, in vielerlei Hinsicht, und es geht mir auch jetzt, in dieser Krisenzeit, gut. Vor diesem Hintergrund möchte ich auch meine folgenden Antworten verstanden wissen.

Was fehlt Dir?
Unkomplizierte, persönliche Kontakte mit Nahestehenden und mit Bekannten. Der Austausch bei zufälligen Treffen von Bekannten und Unbekannten, zum Beispiel auf dem Bänkli beim Spaziergang oder im Zug. Das Gemeinschaftserlebnis eines Gottesdienstes mitsamt Kirchenkaffee. Und ganz besonders kulturelle Veranstal-tungen.

Was beschäftigt Dich besonders?
Beispielsweise: Die unzähligen alten und hochaltrigen Menschen, die nicht mit ihren Liebsten zusammen sein dürfen.

Was möchtest Du als Erstes tun, wenn alles wieder möglich ist?
Eine Freundin treffen, die weit weg wohnt. Ein «richtiges» Konzert besuchen (nicht online).

Nimmst du an, dass sich Einstellungen oder Haltungen durch die Erfahrungen der letzten Wochen dauerhaft verändern werden?
Schön wär’s, wenn durch diese Krise viele Menschen (neu) entdecken würden, was ihnen wirk-lich wichtig ist im Leben.

Mein Fundstück: Der folgende Text gefällt mir gut und ich finde ihn passend in diese Zeit:

«Hast du deinen Sommer gut gelebt...?
Dann wird der Winter gut zu dir sein ...»
Rama Thinta

Ich bejahe das Leben, ich will es ganz und gar, aber anders als zuvor. Ich bin nicht nur in der Mitte meines Lebens angekommen. Ich bin näher an meiner eigenen Mitte als je zuvor.

Ich liebe die kleinen Momente: Wenn die Sonne durch die segelnden Wol-ken bricht und es plötzlich aussieht, als wären Tausende von Diamanten in den Schnee gestreut worden. Sie fangen die Sonnenstrahlen ein, brechen sie und spiegeln sie mannigfach wider. Dann erkenne ich: der große Weltenplan – wie einfach, wie genial!

Echte Freude gedeiht in der Ruhe, reines Glück in der Gelassenheit.

Lebenskunst bedeutet wohl auch, allezeit mit leichtem Gepäck zu reisen und das innere wie das äußere Leben so weit zu vereinfachen, daß aus bei-dem eines wird.

Wenn man den Mut hat, alles Unnötige aus seinem Leben zu entfernen, kommt das Ursprüngliche zum Vorschein, das Wesentliche tritt klarer her-vor.

Wenn wir uns auf wenige wichtige Dinge konzentrieren, nähern wir uns dem Kern unseres Wesens und begreifen, daß die wesentlichen Werte in uns enthalten sind. Dann wagen wir auch, die Verantwortung für unser Leben selbst zu übernehmen und unserer eigenen Intuition zu vertrauen.

Die längste und ergiebigste Reise kann beginnen: Die Reise nach innen und zu uns selbst.

Hier gehören wir hin, hier soll das Leben ein Spiegelbild unserer Gefühle sein, hier sind wir inmitten des Lebens zu Hause.

(Nach: Annie und Bernard Nollen-von der Heide, «Hast Du Deinen Sommer gut gelebt...?»)

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