Unter dem Titel «Lobe den Herren!» feierte die reformierte Kirche Schwanden am 8. Februar die Amtseinsetzung ihrer Pfarrerin Regula Eschle Wyler – mit viel Musik, Gesang und denkwürdigen Worten von Kirchenräten, dem Vize-Dekan sowie des emeritierten Theologieprofessors Werner Kramer.
Swantje Kammerecker,
«Lieber will ich mich zu Tode hoffen, als unerlöst sterben», so die Worte des 30-jährigen Joachim Neander auf seinem Sterbebett. Es war die Zeit der Pest, von Hunger und Armut, in einem nach dem dreissigjährigen Krieg zerrütteten Europa, als der junge Geistliche, Kirchenliederdichter und -komponist mit «Lobe den Herren» den wohl grössten Hit der Christenheit erschuf. Das Lied, das bis heute Millionen Menschen erfreut, etwa bei Taufen und Hochzeiten. Den eigenen schwierigen Lebensumständen setzte der schlecht bezahlte Hilfsprediger die Trotzmacht eines unerschütterlichen Glaubens entgegen. Und er gab sie weiter, nicht nur in seinen Tondichtungen und Liedersammlungen, auch in den «Christenerbauungen»: Outdoor-Andachten, die er in einer Schlucht bei Düsseldorf abhielt. Das heute bekannte, zu seinen Ehren benannte Neandertal wurde auch Namensgeber des Neandertalers, dessen Spuren man dort später fand.
Gott loben auch in schwieriger Zeit – Pfarrerin Regula Eschle Wyler hatte sich für ihre Predigt am Einsetzungsgottesdienst ein gehaltvolles Thema ausgesucht. Mit dem Singen der Liedstrophen zu «Lobe den Herren» wurde die Gemeinde Teil der Predigt. Und Musik in vielen Facetten – von der festlichen Umrahmung durch Orgel (Martin Zimmermann) und Trompete (Guillaume Thoraval) über Taizégesang bis zum klassischen Kirchenlied – liess den Festgottesdienst auch akustisch funkeln. Ähnlich wie jener Glarner Bergkristall vom Tödi, den der Schwandner Kirchenrat seiner Pfarrerin schenkte, «als Symbol für den Glauben: Er bricht die Strahlen der Sonne, durchbricht die Finsternis, sendet sie weiter in die Welt. Stark, standhaft, unzerstörbar, von einzigartiger Schönheit», so Kirchenratspräsident Hansueli Knobel. Ein weiteres symbolträchtiges Geschenk erhielt Regula Eschle Wyler im Rahmen der Amtseinsetzung durch Vizedekan Pfr. René Hausheer-Kaufmann: einen Brotstempel fürs Abendmahlsbrot, wie er in den Orthodoxen Kirchen Verwendung findet. Er steht für die Versorgung durch geistliche und weltliche Nahrung, welche jeder Mensch, und besonders eine Amtsträgerin benötigt, um Segen zu empfangen und auszuteilen. In der Ansprache und dem Gelübde, aber auch im Ja der Gemeinde, trat noch einmal ganz klar der von der Landeskirche schriftlich gefasste Auftrag zutage: die Botschaft Christi verkünden und leben.
Die grosse Beteiligung von Kirchenangehörigen auch aus den Nachbargemeinden Mitlödi und Ennenda, der katholischen Kirchgemeinde Glarus Süd, der Kantonalkirche und der Politik, von Freunden und Familie der Pfarrerin, wurde am Schluss noch durch das persönliche Grusswort von Professor Dr. theol. Dr. h.c. Werner Kramer ergänzt. Der inzwischen hochbetagte, frühere Mentor hat den Berufs- und Lebensweg von Regula Eschle Wyler begleitet, seit er sie 1978 im Evangelischen Lehrerseminar Unterstrass Zürich als damaliger Direktor traf. So widmete Eschle Wyler die Kollekte auch dem inklusiven Schulprojekt «écolsiv» (unterstrass.edu), das jungen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung eine pädagogische Ausbildung ermöglicht, so dass sie später als Klassenassistenzen arbeiten können. Ein neuer spannender Ansatz, welcher aber bislang ohne staatliche Förderung, also durch Spenden, finanziert wird. Dem Segen folgte die Einladung, gemeinsam beim Apéro riche im Restaurant Adler weiter zu feiern und sich auszutauschen.
Swantje Kammerecker, 8. Februar 2026
Bild : Amtseinsetzung von Regula Eschle Wyler durch Vize-Dekan Pfr. René Hausheer-Kaufmann
Weitere Bilder (von Ruedi Kuchen) unter https://www.ref-schwanden.ch/bericht/1574
Gott loben auch in schwieriger Zeit – Pfarrerin Regula Eschle Wyler hatte sich für ihre Predigt am Einsetzungsgottesdienst ein gehaltvolles Thema ausgesucht. Mit dem Singen der Liedstrophen zu «Lobe den Herren» wurde die Gemeinde Teil der Predigt. Und Musik in vielen Facetten – von der festlichen Umrahmung durch Orgel (Martin Zimmermann) und Trompete (Guillaume Thoraval) über Taizégesang bis zum klassischen Kirchenlied – liess den Festgottesdienst auch akustisch funkeln. Ähnlich wie jener Glarner Bergkristall vom Tödi, den der Schwandner Kirchenrat seiner Pfarrerin schenkte, «als Symbol für den Glauben: Er bricht die Strahlen der Sonne, durchbricht die Finsternis, sendet sie weiter in die Welt. Stark, standhaft, unzerstörbar, von einzigartiger Schönheit», so Kirchenratspräsident Hansueli Knobel. Ein weiteres symbolträchtiges Geschenk erhielt Regula Eschle Wyler im Rahmen der Amtseinsetzung durch Vizedekan Pfr. René Hausheer-Kaufmann: einen Brotstempel fürs Abendmahlsbrot, wie er in den Orthodoxen Kirchen Verwendung findet. Er steht für die Versorgung durch geistliche und weltliche Nahrung, welche jeder Mensch, und besonders eine Amtsträgerin benötigt, um Segen zu empfangen und auszuteilen. In der Ansprache und dem Gelübde, aber auch im Ja der Gemeinde, trat noch einmal ganz klar der von der Landeskirche schriftlich gefasste Auftrag zutage: die Botschaft Christi verkünden und leben.
Die grosse Beteiligung von Kirchenangehörigen auch aus den Nachbargemeinden Mitlödi und Ennenda, der katholischen Kirchgemeinde Glarus Süd, der Kantonalkirche und der Politik, von Freunden und Familie der Pfarrerin, wurde am Schluss noch durch das persönliche Grusswort von Professor Dr. theol. Dr. h.c. Werner Kramer ergänzt. Der inzwischen hochbetagte, frühere Mentor hat den Berufs- und Lebensweg von Regula Eschle Wyler begleitet, seit er sie 1978 im Evangelischen Lehrerseminar Unterstrass Zürich als damaliger Direktor traf. So widmete Eschle Wyler die Kollekte auch dem inklusiven Schulprojekt «écolsiv» (unterstrass.edu), das jungen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung eine pädagogische Ausbildung ermöglicht, so dass sie später als Klassenassistenzen arbeiten können. Ein neuer spannender Ansatz, welcher aber bislang ohne staatliche Förderung, also durch Spenden, finanziert wird. Dem Segen folgte die Einladung, gemeinsam beim Apéro riche im Restaurant Adler weiter zu feiern und sich auszutauschen.
Swantje Kammerecker, 8. Februar 2026
Bild : Amtseinsetzung von Regula Eschle Wyler durch Vize-Dekan Pfr. René Hausheer-Kaufmann
Weitere Bilder (von Ruedi Kuchen) unter https://www.ref-schwanden.ch/bericht/1574
